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Frischer Wind von außen

: Weidmüller


Joe Kranawetter hat es gut: Der Geschäftsführer der österreichischen Weidmüller Töchter kann auf ein leistungsfähiges Team bauen, das bestens aufeinander eingespielt ist. Weil es im Kernbereich seiner Organisation kaum eine Fluktuation gibt, wie der 49-Jährige mit einigem Stolz auf den kollegialen Zusammenhalt in Wiener Neudorf verrät. Trotzdem brauche es immer wieder frischen, befruchtenden Wind von außen. Dieser wird u. a. durch Praktikanten-, Trainee- und internationale Talentmanagement-Programme sichergestellt. Von Sandra Winter, x-technik

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Vor zwei Jahren erhielt Alp Akpulat die Chance, am globalen Talentmanagement-Programm von Weidmüller teilzunehmen. Während eines dreimonatigen Auslandspraktikums in Wiener Neudorf lernte der 35-jährige Türke u. a. den österreichischen Zugang zum Thema Projekt- und Zeitmanagement kennen.

Vor zwei Jahren erhielt Alp Akpulat die Chance, am globalen Talentmanagement-Programm...

Engagierte junge Menschen, die bereits während ihrer Ausbildung Praxisluft schnuppern wollen, sind bei Weidmüller Österreich gern gesehene Gäste. „Wir beschäftigen regelmäßig Praktikanten. Außerdem stehen wir als Industriepartner für Diplom-, Master- und Bachelorarbeiten zur Verfügung“, gibt Geschäftsführer Joe Kranawetter Auskunft. Je überzeugender das Motivationsschreiben, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass eine Bewerbung in Wiener Neudorf Gehör findet: „Wir arbeiten mit Gymnasiasten genauso zusammen wie mit Schülern oder Studenten, die sich für eine technische Ausbildung entschieden haben. Wichtig ist uns aber eines: Dass aktiv an die jeweilige Aufgabenstellung herangegangen wird. Wir vergeben keine Ferialjobs, um liegen gebliebene Hilfstätigkeiten erledigen zu lassen, sondern unsere Praktikanten werden in laufende Projekte miteingebunden“, betont Joe Kranawetter. „Sie sollen produktiv mitarbeiten und letztendlich am Ergebnis partizipieren“, ergänzt er.

Learning by Doing

Mit grauer Theorie hat ein Praktikumsplatz bei Weidmüller demnach nichts zu tun. Stattdessen heißt es den eigenen Wissensstand einbringen und machen. So wurde beispielsweise von einem angehenden Mechatroniker im Rahmen seiner Bachelorarbeit überprüft, wie hoch die Einstiegshürden beim Thema Industrie 4.0 tatsächlich sind. „Er stellte einen entsprechenden Versuchsaufbau zusammen und checkte Schritt für Schritt, über welches Know-how ein Anwender verfügen muss, um mit den eingesetzten Weidmüller-Komponenten umgehen zu können“, erinnert sich Joe Kranawetter an ein Projekt, bei dem von einem externen Studenten bestätigt wurde, dass es in Wahrheit gar nicht so schwer ist, ein zuverlässig funktionierendes Industrienetzwerk mit Cloud-Anbindung
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Alp Akpulat, Praktikant bei Weidmüller Österreich hatte schon immer Interesse an einer internationalen Karriere.

Alp Akpulat, Praktikant bei Weidmüller Österreich hatte schon immer Interesse...

aufzubauen, wie man vielleicht meinen möchte.

Wozu die Wiener Neudorfer den Input von Praktikanten in den letzten Jahren ebenfalls intensiv nutzten: Um sich beim Thema Social Media auf den neuesten Stand zu bringen. „Diese sogenannte Generation Z – also alle, die nach 1995 geboren wurden – geht ganz anders mit modernen Kommunikationsmitteln um, als wir Älteren es gewohnt sind. Für junge Leute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass sie WhatsApp, Twitter oder Facebook nicht nur für private Zwecke, sondern auch im beruflichen Umfeld nutzen“, erklärt der Geschäftsführer von Weidmüller Österreich, was ihn dazu animierte, ein Live-Chat-Projekt für einen unternehmensübergreifenden Informationsaustausch innerhalb der Weidmüller-Gruppe zu starten. Dabei wurde er von einem 35-jährigen Kollegen aus der Türkei unterstützt.

Globales Talentmanagement-Programm

Als führender Anbieter im Bereich der „Industrial Connectivity“ legt Weidmüller großen Wert auf eine nachhaltige Personalentwicklung. „Zukunftssicherung bedeutet für uns, für genügend Nachwuchs an Fach- und Führungskräften zu sorgen und die Kompetenzen der Mitarbeiter zielgerichtet zu stärken und zu erweitern. Dies passiert u. a. im Rahmen eines global ausgerichteten Talentmanagement-Programms“, beschreibt Joe Kranawetter, wie es dazu kam, dass Alp Akpulat im Sommer 2017 drei Monate lang das österreichische Team verstärkte.

An sich ist der gelernte Elektronik-Ingenieur für die türkische Weidmüller Niederlassung tätig. Seit siebzehn Jahren schon. Am Beginn seiner Berufslaufbahn war Alp Akpulat für den technischen Support zuständig, mittlerweile
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ist er in die mittlere Managementebene aufgestiegen. „Ich hatte schon immer Interesse an einer internationalen Karriere. Das war mit ein Grund, warum ich mich nach erfolgreichem Abschluss meiner Ausbildung bei Weidmüller, einem weithin bekannten Global Player, bewarb. Vor zwei Jahren erhielt ich dann die Chance, am unternehmenseigenen Talentmanagement-Programm teilzunehmen“, erzählt der 35-Jährige. Das Ganze startete mit verschiedenen Trainings im Headquarter in Deutschland und mündete u. a. in einem dreimonatigen Aufenthalt in Österreich, um einen anderen Markt und auch eine andere Unternehmenskultur kennenzulernen. Denn obwohl sich der Istanbuler und der Wiener Neudorfer Weidmüller-Standort von der Mitarbeiteranzahl her annähernd gleichen, ist doch auch vieles anders wie Alp Akpulat bereits nach kurzer Zeit feststellen konnte: „In der Türkei wird sofort gehandelt, auch wenn die Rahmenbedingungen noch nicht zu 100 Prozent fixiert sind. In Österreich kommt auf jeden Fall zuerst die Strategie und dann erst die Action. Ich habe in Joe Kranawetters Team einiges über Projekt- und Zeitmanagement dazugelernt, was ich an meine Kollegen in der Türkei weitergeben werde“, beschreibt der „Nachwuchsmanager“ seine Auslandserfahrungen.

Maßgeschneiderte Karrieremöglichkeiten

Alp Akpulat hatte in Wiener Neudorf alle Hände voll zu tun. Auf der einen Seite durfte er seinen angestammten Job für die türkische Weidmüller-Niederlassung nicht vernachlässigen und stand demzufolge sehr oft mit seinen Kollegen in „Skype-Verbindung“. Auf der anderen Seite zeichnete er hierzulande für ein Projekt hauptverantwortlich, bei dem es unter anderem darum ging, den österreichischen Markt zu analysieren und vielversprechende Fokusgruppen für die Einführung neuer Automatisierungsprodukte aus dem Hause Weidmüller zu identifizieren. „In meiner Heimat gelten
vor allem der Energie-Bereich und die Prozessindustrie als Fokusmärkte, während meine österreichischen Kollegen den Maschinenbau weitaus stärker adressieren. Das ist ein weiterer Unterschied zwischen den beiden Landesgesellschaften“, erklärt mit Alp Akpulat ein ambitionierter junger Mann, der als begeisterter Tüftler und Problemlöser am liebsten draußen bei den Kunden ist. „Ich wurde einmal gefragt, welches Ding ich gerne sein würde und ich antwortete: Ein Feuerlöscher. Denn ich liebe es zu helfen, wenn bei einem Kunden Feuer am Dach ist“, schmunzelt der sympathische Mittdreißiger, der bei Weidmüller die Möglichkeit erhalten hat, all seine Talente und Stärken sowie den Traum von einer internationalen Karriere auszuleben.

Vor zwei Jahren erhielt Alp Akpulat die Chance, am globalen Talentmanagement-Programm von Weidmüller teilzunehmen. Während eines dreimonatigen Auslandspraktikums in Wiener Neudorf lernte der 35-jährige Türke u. a. den österreichischen Zugang zum Thema Projekt- und Zeitmanagement kennen.
Alp Akpulat, Praktikant bei Weidmüller Österreich hatte schon immer Interesse an einer internationalen Karriere.


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/xtredimg/2017/Mechatronik/Ausgabe182/14519/web/LCM_Homepage_0573_Kopie_Fotocredit_Meister_Eder.jpgPraktikum bei LCM
Redmer de Haan, Master Student in Maschinenbau an der Universität of Twente aus den Niederlanden, hat im Rahmen des Erasmus+ Programmes von November 2016 bis März 2017 bei der Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) als Praktikant gearbeitet. Das Ziel des Praktikums war es, einen Control Algorithmus eines aktiven Schwingungsdämpfer-Demonstrators zu optimieren. Im Interview erzählt Redmer über die Unterstützung, seine Arbeitsaufgaben und das Arbeitsklima während seines 4-monatigen Praktikums:
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